Diverse Untersuchungen über eine ``optimale'' Mutationsrate kommen in
Ihrer Gesamtheit zu keinem konkreten Ergebnis. Praktisch jede Aufgabe
und jeder verwendete Genetische Algorithmus verhält sich auf das
Optimum dieses Werts anders. Als Referenzlinie kann jedoch die
Aussage von de Jong (1975) aufgegriffen werden, dass alle
Wahrscheinlichkeiten
0,1 ein Abdriften der GAen in den Random
Search bewirken [39].
Zum Beispiel geben Schaffer, Caruna, Eshelman und Das in
[46] als optimale Mutationsrate die empirisch
ermittelte Formel
an, mit
als
Populationsgröße. Theoretische Arbeiten von Bäck [2]
schlagen eine Mutationsrate von
vor, wobei
die
Genomlänge in Bits ist. In einer späteren Untersuchung von Bäck
[4] erweitert der Autor seine Aussage, indem er vorschlägt,
die Mutationsrate auf einen anderen Wert zu setzen, um das Ausbrechen
aus lokalen Optima zu ermöglichen. Letztgenannte Arbeit basiert auf
Experimenten mit individueller Selbstadaption der Mutationsraten und
es werden leider keine genaueren Angaben über die Mutationsraten
gemacht.
Es wurden deshalb als Basis Wahrscheinlichkeiten von 0,01 und 0,001 angenommen. Diese liegen einmal weit über und einmal weit unter den Vorschlägen von Bäck, sind aber immer noch bedeutend höher als die Mutationsraten aus der Natur. Dies wird durch die im Vergleich zur natürlichen Evolution kleinen Populationsgrößen bedingt. Setzt man zum Beispiel Mutationsraten von eins zu einer Million ein, so ist der Effekt nachweislich vernachlässigbar klein und man könnte sich die Mutation ganz sparen.